"ACHT JUNGE KÜNSTLER SIND IM EHEMALIGEN FRISEURSALON KREATIV" - RN ARTIKEL VOM 24.07.09 VON ANDREAS SCHRÖTER

Acht junge Künstler sind im ehemaligen Friseursalon kreativ

Von Andreas Schröter am 24.07.2009 06:41 Uhr

DORTMUND Erst Friseur, dann Kunst-Atelier. Das passierte mit dem 90 Quadratmeter großen Ladenlokal an der Adlerstraße 66. Acht junge Künstler haben sich im Februar dort eingemietet.


Und das Ganze in Anlehnung an die Vergangenheit des Ortes "Salon Atelier" genannt. Das Wörtchen "Salon" beziehe sich ja nicht nur auf einen Friseur, sondern auch auf einen Kunstsalon.

"Wir zahlen die Miete aus eigener Tasche", sagt Frederic Roos, "das ist hart". Umso wichtiger sei es deshalb, Sponsoren zu finden und/oder öffentliche Gelder zu erhalten. Auch eine Edition im Format 21 x 21 cm mit den Werken der Beteiligten soll demnächst helfen, die Miete zu finanzieren.

Die Vorteile überwiegen: Die acht Studenten helfen sich gegenseitig bei ihren Werken, indem sie darüber sprechen und gegenseitig konstruktive Tipps geben: "Es spornt an, selbst aktiv zu werden, wenn jemand anderes schon wieder fünf neue Leinwände fertig hat."

Passanten werden über Schaufenster aufmerksam

Das Atelier sei deshalb anders als andere, weil es über ein großes Schaufenster verfüge und nicht in irgendeinem Hinterhof liege. Die Passanten bleiben neugierig stehen, schauen herein oder sprechen die Studenten an. Auch mit der Nachbarschaft an der Adlerstraße kommen sie bestens zurecht.

Die Umgebung des Ateliers spiegle sich sogar in den Kunstwerken wider. Astrid Kämmerling z. B. hat Häuserfassaden der Weststadt für eine Serie fotografiert.

Nähe zum U-Turm stimmt hoffnungsvoll

Die Gemeinschaft hofft nun auf die Nähe zum "U" und darauf, dass das Viertel viele Kreative und an Kunst Interessierte anzieht. Frederic Roos: "Wir wollen mit diesem Atelier unsere ersten Schritte weg von der Uni hin in die Öffentlichkeit machen - sicherlich langfristig mit dem Ziel, in der Kunstszene Fuß zu fassen."

Auch eine erste Ausstellung gab's bereits im April. Sie war so gut besucht, dass gar nicht alle Besucher im Atelier Platz fanden. Manche standen auf dem Bürgersteig.

Die nächste Austellung - wieder mit Werken der acht Studenten - soll am 22.10. eröffnen und in Anlehnung an das Datum "22 Zehn" heißen. Aber auch größere Ausstellungsflächen suchen die Studenten, um ihre zum Teil großflächigen Bilder besser präsentieren zu können.

Beteiligt am „Salon Atelier“ sind Anne Bekker, Stefan Gutsche, Astrid Kämmerling, Ilona Kohut, Alischa Diana Leutner, Frederic Roos, Katja Tönnissen und Natalie Roeder.