Kultur, 20.10.2009, Nadine Albach
Dortmund. Ihren eigenen kleinen Kulturhauptstadt-Guck bieten die neun Künstler des Salon Ateliers in der Adlerstraße 66 in ihrer zweiten Ausstellung mit dem selbstbewusst eigenständigen Titel „22zehn”, die nicht ganz zufällig auch am 22. Oktober, 19.30 Uhr, eröffnet. banner('rectangle','300x250');
Im Frühjahr schon haben die Kunst-Studierenden und -Absolventen der TU Dortmund ihre kleine Produktionsstätte eröffnet: In einem ehemaligen Friseursalon schaffen sie Tag und Nacht Kunst - und setzen sich dabei bewusst einer Aquarium-ähnlichen Situation aus, die auch kunstfremde Kioskkäufer an ihre großen Fenster treibt.
Vielfalt ist es, die Neugierige so erspähen können und die jetzt auch das Motto der Ausstellung ist: Raumtheorien faszinieren etwa Stefan Gutsche. Er malt auf Jute oder altem Papier, zerkratzt und besprengselt aber auch strenge Architekturfotografien. Ebenso von Städtebau fasziniert ist Astrid Kämmerling, die sich auf das konkrete Gebiet der Rheinischen Straße konzentriert.
Fantasiefiguren und Popkultur greifen sowohl Frederic Roos als auch Anne Bekker auf: Bei ihr heben sich kleine Hasen von Windrädern ab, bei ihm wird auch mal ein Ausriss eines Kindermalbuchs weitergedacht. Mensch und Tier bringen Katja Tönnissen und Natalie Roeder zusammen: Piktogrammartig hat Tönissen Menschenreihen aneinander gedruckt; auf anderen Werken zeigt sie meist auf ein Merkmal fokussierte Personen. Roeder unterdes erschafft seltsam eigenständige Welten voller Perspektivbrüche und animalischer Offenbarungen. Por-traits sind eigentlich auch das Thema des Salon-Neulings Roland Baege, der zugleich mit Farbe und Schichtungen spielt. Materialreichtum hat Alischa Diana Leutner zum Prinzip erkoren, die in ihren Plexiglasarbeiten auch spontane Erlebnisse verarbeitet. Die einzigen, pfiffig-tierischen Skulpturen bietet unterdes Ilona Kohut.