SALON ATELIER: RUDELKUNST - "ADLER UND DER PFERD" , ARTIKEL IN RN VON TILMAN ABEGG AM 03.05.2011

Salon AtelierRudelkunst - "Adler und der Pferd"

DORTMUND Sie wollen doch nur bespielen. Bei ihrer nächsten Ausstellung sogar zwei Räume: Die zehn Künstler des Salon Atelier zeigen ab Donnerstag aktuelle Werke im angestammten Ladenlokal an der Adlerstraße 66 und erstmals auch im gegenüberliegenden Haus.Von Tilman Abegg

Vielleicht auch, weil ihre Salon-Atelier-Idee Früchte trägt – sie wollen gerade nicht „jeder einzeln in Hinterhöfen arbeiten“, sagt Stefan Gutsche. Hier arbeiten sie an ihren Werken, kritisieren und regen einander an. Das bringe sie technisch und künstlerisch enorm weiter, sagt Gutsche. Kampf mit dem Familienstammbaum

Vier Beispiele: Silke Schönfeld hat sich gefilmt, wie sie in einem großen, blühenden Baum herumklettert und die Äste schüttelt. Das ist sehr hübsch, bis man die Verbissenheit bemerkt, mit der sie zu Werke geht – und zu hoffen beginnt, dass sie nicht abstürzt. Ohne Titel, aber mit vielen möglichen Assoziationen, zum Beispiel der Kampf mit dem Familienstammbaum.

Eine Wand voller leerer Rahmen zeigt Alischa Leutner. Während der Schau fotografiert Leutner jeden Tag die Installation und steckt das Foto in einen der Rahmen. So dokumentiert die Installation sich selbst, während sie sich verändert, und die Perspektiven verschachteln sich.

Unscharfe Fotos

In einem engen, dunklen Nebenraum projiziert Ilona Kohut einen Film an die Decke. Er zeigt, wie zwei Frauen einander kleine Buchstaben aus den Haaren lausen und mit ihnen zwischen ihren Füßen Sätze bilden. „365“ heißt die Arbeit.

„Unentschlafen“ nennt Roland Baege seine Arbeit zwischen Fotografie und Malerei. Extrem unscharf aufgenommen, verlieren sie die dokumentarische Qualität der Fotografie und nähern sich malerischen Kompositionen an. Der Name der Schau „Adler und der Pferd“ ist mit Absicht eigenwillig formuliert: Als Bezug zur Adresse und als Sinnbild für das Vereinbaren von scheinbar Unvereinbarem.